Megaupload

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Anders als bei den ganzen anderen OneClick-FileHostern in der Branche, gibt es eine ganze Menge über Megaupload und rund um das Unternehmen zu berichten.

Die Berichterstattung zieht sich bis heute, denn kein geringerer als Kim Schmitz ist der Gründer und Geschäftsführer des ehemaligen Unternehmens.

Das Unternehmen und sein Untergang ist symbolisch für den freiheitlichen und individualistischen Gedanken den das Internet mit sich bringt und sein Gründer ein Verfechter der an vorderster Front dafür kämpft!

Doch was steckt hinter der ganzen Geschichte und woher kommt die Legendbildung um diesen einen Mann? Wir versuchen chronologisch vorzugehen.

Die Anfänge

Die Firma Megaupload wurde lange zurück am 21.03.2015 gegründet. Der Firmengründer Kim Dotcom (sein richtiger Name Kim Schmitz) eröffnete das Unternehmen in Hong Kong, von wo sie aus für mehrere Jahre betrieben wurde. Dotcom war kein Unbekannter in Deutschland. Dort ist er zuvor bereits zweimal mit der Justiz in Kontakt gekommen. Die Vorwürfe gingen von Cyber-Spionage bis hin zu Unterschlagung.

Die ursprüngliche Idee des jungen Unternehmers war, eine Plattform im Internet zu erschaffen, auf der man unbegrenzt viele Daten im Internet austauschen konnte. Heutzutage sind solche Plattformen gang und gäbe und jeder kennt sie, zu dem damaligen Zeitpunkt war das allerdings noch eine absolute Neuheit. Noch lange nicht jeder hatte zu diesem Zeitpunkt eine Bandbreit-Internetleitung und Speicherplatz in der Cloud fing grade erst an erschwinglich zu werden. Zu diesem Zeitpunkt sprach man noch eher selten von FileHosting, sondern eher von FileSharing, was von Anbietern wie Napster oder das BitTorrent-Netzwerk salonfähig gemacht wurden.

Monetarisierung

Zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein Businessmodell welches sich durchgesetzt hat um große Mengen an Daten im Internet zu tauschen. Mit reiner Vermarktung von Werbeanzeigen hätten die enormen Kosten durch das Hosting von unmengen an Servern nicht getragen werden können.

Es musste also ein neues Modell der Monetarisierung und Kapital zur Umsetzung der Idee her. Das Modell für Megaupload, welches bis heute als Basis für alle FileSharing Dienste am Markt gilt, sah folgendermaßen aus:

Die Nutzung des Dienstes war unter Einschränkungen vollkommen kostenfrei. Jeder konnte sich einen kostenlosen Account erstellen und damit Dateien hochladen und per exklusiven, verschlüsselten Link an jedermann verteilen. Das herunterladen von Dateien einer bestimmten Größe war allerdings Premium-Mitgliedern vorbehalten. Um Premiummitglied zu werden musste man einen monatlichen Betrag entrichten (um die 10-15€).

Als Premiummitglied konnte man nun fast unbegrenzt viel und ohne Geschwindigkeitsdrosselung Dateien herunter- und hochladen.

Um einen kontinuierlichen Fluss an neuen Dateien im Netzwerk zu gewährleisten, wurden die Uploader von Dateien pro 1000x Downloads ein gewisser Betrag vergütet. So war ein nachhaltiger Kreislauf gewährleistet, da die Content-Lieferanten einen finanziellen Anreiz hatten in der Community mitzuwirken. Gleichzeitig orientierten sie sich an den am meisten nachgefragten Files, um möglichst viel Provision zu kassieren.

Megaupload war letzendlich also nur eine Plattform auf der sich Up- und Downloader die Klinke in die Hand gaben, ohne jemals miteinander direkt kommuniziert zu haben. Links für Dateien wurden in der Regel in Foren ausserhalb der Plattform geteilt. Genau das öffnete Tür und Tor für die Warez-Scene, welche die Website nutzte um ihren Content großflächig zu verteilen. Genau das sollte später auch das aus für Megaupload bedeuten. Dazu aber später!

Wachstumsphase

Dieses völlig neue Geschäftsmodell der sogenannten Internet New Economy war sehr erfolgreich und schlug ein wie eine Bombe. Die Umsätze der Firma explodierten und ein exponentielles Wachstum setzte ein. In der Zeit von 2005-2010 galt Megaupload als einer der profitabelsten Firmen in der, zu diesem Zeitpunkt noch jungen, Geschichte des Internets.

Die Firma entwickelte sich prächtig und mit der Zeit kamen immer mehr Benutzer auf die Plattform. Längst wurde die Plattform von vielen Nutzern als alternative für BitTorrent als gute Alternative entdeckt.

Die Gründe? Garantiert schnelle Geschwindigkeit im Download sowie sichere Server, da direkt von den Servern der Firma heruntergeladen. Viele Nutzer waren abgeschreckt von den sogenannten Abmahnwellen die weltweit kursierten. Ganze Anwaltsbüros wurden gegründet um den illegalen Austausch von urheberrechtsgeschützten Inhalten zu unterbinden und massiv zu profitieren. Es ging teilweise sogar soweit, dass die Kunden mancher Kanzleien ihre eigenen Alben selber in Peer-to-Peer Netzwerken verbreitet haben, um daraufhin dann ihre eigenen Fans auf Schadensersatz zu verklagen. Zu dieser Zeit war noch vieles unklar, und Anbieter wie Netflix und Spotify noch in weiter Ferne!

Die Seite entwickelte sich immer weiter und warf mittlerweile massiv viel Geld für seinen Gründer Kim Schmitz ab. Der Ausbau von Mega als Marke Schritt voran und so wurde ein Videoableger á la Youtube gegründet. Der Name der Plattform war Megavideo.com. Darüberhinaus gab es noch Megaporn.com sowie Mega Manager mit dem sich alle Dateien auf den verschiedenen Plattformen über eine Desktop Applikation bedienen lassen konnte. Das Unternehmen expandierte dementsprechend immer weiter!

Die goldene Ära

Im Jahr 2008 siedelt Kim Dotcom um nach Neuseeland und verließ seine Residenz in Hong Kong. Ab diesem Punkt begann die „Goldene Ära“ für das Unternehmen. Das Prinzip der unparteiischen, unzensierten Verteilung von Daten ging durch die Decke. Die Nutzeranzahl stieg rasanter als je zuvor dagewesen. In 2010 war Megaupload auf Platz 12 der meistebesuchten Webseiten auf der ganzen Welt. Etwa 5% des gesamten Datenvolumens im Internet wurde über eben diese Plattform verschoben. Über 1 Millarde Zugriffen und mit ingesamt 180 Millionen registrierten und aktiv genutzten Accounts ist ein wahres Imperium entstanden.

Mittlerweile wurde aber auch klar wofür der Dienst hauptsächlich genutzt wurde, nämlich der Verteilung von illegalen Raubkopien von Filmen, Musik, Software und so weiter. Auch wenn es rechtlich nicht verboten war einen Account zu besitzen, war klar wofür die Mehrheit der User diese Plattform verwendeten.

Die Einnahmen stiegen ins unermessliche und die Plattform war mittlerweile weltweit bekannt. Fast jeder aktive Internetnutzer kannte dieser Plattform und viele haben sie aktiv genutzt. Im gleichen Zug wurden aber auch die Behörden aufmerksam. Besonders den großen Wirtschaftsbossen war das alles ein Dorn im Auge. Megaupload geriet immer mehr ins Visier der internationalen Industrien.

Das Ende von Megaupload.com

Alles endete mit einem Schlag am 19. Januar 2012. Ein Sondereinsatzkommando aus den USA stürmten mit Genehmigung der neuseeländischen Regierung das Anwesen von Kim Dotcom und nahmen ihn fest. Alle Server, sowie die Website wurden beschlagnahmt und komplett geschlossen. Das Verfahren läuft aktuell noch und Kim ist unter Hausarrest gestellt auf seinem Anwesen in seiner 35 Millionen Euro teuren Villa auf Neuseeland. Sein Vermögen wurde teilweise eingefroren, sowie teile seines Besitzes beschlagnahmt.

Mega.co.nz

Nur ein Jahr später, am 19. Januar 2013, gründete Kim das Unternehmen Mega.co.nz. Hierbei handelt es sich um einen Ableger von Megaupload und ist stark daran orientiert. Das Unternehmen konnte allerdings nicht mehr die Popularität der vorherigen Plattform erreichen, da zu diesem Zeitpunkt die Konkurrenz nicht geschlafen hat und es auch neue, legale, Streamingdienste den Markteintritt geschafft haben.

Interview mit Kim Schmitz

Weitere Quelle und Informationen

Dokumentation über Kim Dotcom / Kimble